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Elefantentreffen 2018

Das 30. Elefantentreffen im Hexenkessel von Solla steht an. Da müssen wir natürlich dabei sein!

Gefühlt war es diesmal eine ganz normale Wochenendausfahrt - oder doch nicht? - lest selbst.

Wir trafen uns zur Vorbesprechung für Tourplanung und Aufteilung des Equipments. Viel wurde besprochen, getrunken und geknabbert. Der Abend neigt sich dem Ende und wir haben immer noch nicht über die Tour zum Elefantentreffen gesprochen. Fast im Gehen legen wir noch fest "Wer bringt was mit?" Bier? - check, Würstchen? - check, Vodka-Orange? - check, Zelt? - check. Klamotten am Leib und Schlafsack? - muss jeder selbst wissen, ob und was er braucht.

Start war planmäßig am Samstag um 08:30 Uhr - erstaunlicherweise kamen wir diesmal mit einer Verspätung von nur 15 Minuten los. Rekord! Erster Rastplatz: Jura. Kurze Abstimmung über Funk "Hunger? Pipi? Kalt?" nichts dergleichen... also durchfahren.

Da wir so gut durchkamen, hatten wir dann Zeit, um einen kleinen Schlenker auf Nebenstraßen durch den Bayerischen Wald zu machen. Vielleicht nicht immer auf dem direkten Weg, aber immer mit der Straße im Blick...

Ein hübscher Rasen unter den Obstbäumen lud ein zum Wenden. Aber in Wahrheit war es ein fieses feuchtes mooriges no-grip Terrain. Fahrer, Maschine und Profil wurden bis aufs äußerste gefordert.

Da war doch noch was... stimmt, die Tankanzeige sollte ja auch noch repariert werden. Aber wofür hat man denn sonst einen Kanister dabei?

Gluck gluck gluck. Nichts ist schlimmer als jahrelang altes Reservebenzin durch die Gegend zu fahren. Das weiß auch Ural und baut serienmäßig ein Reservebenzinaustauschmodul ein. (Fälschlicherweise hier als "defekte Tankanzeige" bezeichnet)

Der Abend war entspannt und schön wie immer: Nette Gespräche mit Zeltnachbarn aus aller Herren Länder. Neues kulinarisches Highlight war das Knoblauchbaguette aus dem Kühlregal - erstaunlich gut und nicht so verbrannt wie der Leberkäs.

 

Als Stargast hatten wir diesmal sogar eine preisgekrönte Teilnehmerin am Lagerfeuer: Jule, die jüngste Teilnehmerin, die auf eigener Maschine - ihrer Jialing JH600 - angereist ist.

 

Rekord: Jüngste (angemeldete) Fahrerin auf eigener Maschine. Ein schöner Gegenpunkt zum sonstigen Durchschnittsalter der Gespannszene.

 

Christian war zwar "nur" Beifahrer, konnte aber mit seiner Werbeveranstaltung zur BMW 1200 GS Adventure überzeugen und regt ob der Verlässlichkeit einer BMW im Vergleich zu einer Ural zum Nachdenken an...

War das nun ein normales Wochenende? Irgendwie ja, wenn man schon öfter beim Elefantentreffen war. Für andere mag es sich immer noch verrückt anhören und ein Kopfschütteln hervorrufen.

Das schönste Erfahrung ist aber immer wieder, dass Motoradfahrer - unabhängig von Herkunft, Sprache und Mopped - zusammenhalten.

Zuuuugleich! Viele Hände, leichtes Gespann. Das galt schon immer, unabhängig von Jahreszeit und Matschdichte.

Obige Szene hat sich ganz Elefantentreffen-typisch entwickelt.
Beim Holzverkauf hat jeder sein Päckchen zu tragen, und während man die Meterstücke geschultert hat, bewundert man das Gespann, dass da -zig Packen gleichzeitig aufgeladen hat und losfährt.

Ja aber doch nicht durch diesen Matsch mit den tiefen Spurrillen, mit diesem - klar erkennbar - nicht-Enduro-Gespann mit Straßenbereifung? Moment, das will ich sehen.

Und schon sammelten sich ein paar Interessierte am Wegesrand (das Holz immer noch lässig geschultert, auch wenn es eigentlich *&#$* auf die Schulter drückt), und warfen sich anerkennende Blicke zu.
Da will er durch? Das schafft er nie! Doch, schau mit wie viel Schwung er da anfährt, der kennt sein Gespann. Nee, der weiß nicht wie fies Matsch sein kann.
Doch schau, er fährt, er schaffts... 10 meter...15 meter... nein, doch nicht. Drei Räder ohne Vortrieb.
Ob er da wieder wegkommt? Er schiebt, er lenkt, gibt Vollgas, arbeitet sanft an der Kupplung... nein, das wird nichts.
Und als genau das klar war, strömten von allen Seiten unerschrockene Helfer in den tiefsten Matsch und haben mit vereinten Kräften die Karre aus dem Dreck, äh, das Gespann aus dem Matsch gezogen.

Das Gespann ist wieder flott, der Fahrer winkt noch einmal zum Dank, jeder schultert wieder sein Päckchen Holz und geht zum eigenen Lagerfeuer.

Dort wärmt die Holzoxidation und das wohlig-warme Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Elefantentreffen im Bayerischen Wald 2018 mit Markus, Martin und Klaus:
Grad schee war's!

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